Active Sourcing und Blogging?

Im Rahmen einer Fachtagung durfte ich mich mal wieder selber etwas reflektieren. Auf der Agenda stand unter anderem „Active Sourcing“ und „Talent Relationship Management„. Da dachte ich schon, dieser Teil kommt für mich wahrscheinlich weniger in Frage. Denn eine aktive Ansprache passiv-suchender Kandidaten wird in unserer Branche bzw. in meinem Unternehmen gar nicht angestrebt.

Es war dann wie so oft. Hinter den Begrifflichkeiten versteckte sich noch ganz Anderes. Active Sourcing beinhaltet auch Elemente im Marketing / Branding, bei welchem es darum geht, dem Arbeitsmarkt eine möglichst realistische und authenthische Sicht auf das Unternehmen und mögliche Positionen / Stellen zu geben. Dies im reinen Sinne des Employer Brandings – aber natürlich auch um mögliche Kandidaten – die man ja unter Umständen noch gar nicht kennt – auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Und das tönt ja dann schon wieder sehr viel spannender!

Im weiteren Verlauf der Tagung merkte ich dann, dass wir eigentlich vieles auch schon tun, wobei wir uns gar nicht bewusst waren, dass dies auch unter dem Begriff Active Sourcing untergebracht werden könnte. Was aber nun bewusster geworden ist, dass wir noch viel aus diesen bestehenden Aktivitäten herausholen könnten. Aktive Begleitung, in-Kontakt-bleiben usw. das gehört auch noch dazu. Und hier greiffen dann die Begriffe Communities oder eben „Talent Relationship Management“. Wir vergeben noch viel Potenzial, da wir mit den den A-Kandidaten und Bewerbern und dabei auch Talenten nicht wirklich in Kontakt bleiben.

Und dann stosse ich gestern auf einen Post auf dem recrutainment-Blog von Cyquest. Der Titel lautet „Ein wirklich gelungenes Stück ‚Arbeitgebermarketing 2.0‘ – der Karriereblog der Baloise Group„. Dieser Blog versucht, authenthische und realistische Einblicke in das Unternehmen, die Leute, die Kultur und Aufgaben zu geben. Schön wird im Interview beschrieben, dass mit diesem Blog auch der Dialog mit den Kandidaten besser möglich ist, als beispielsweise die Facebook-Karrierepage. Und wenn man jetzt da in Dialog und Austausch mit Kandidaten, Talenten bis hin zu Bewerbern geht – was ist es jetzt: Personalmarketing, Employer Branding, Active Sourcing? – am Ende auch schlicht egal. Es zeigt, dass die Funktionen Marketing und Recruiting immer stärker verschmelzen und Hand-in-Hand gehen müssen.

Im Umfeld der Auszubildenden gibt es v.a. in Deutschland verschiedene Auftritte, die genau auch dies verfolgen: ein Beispiel der Azubi-Blog von Otto’s.

Ich bin gespannt, wie dies weitergeht. An der eingangs erwähnten Fachtagung kam dann schnell auch mal das Statement „ja wir hatten mal ’ne Facebook-Gruppe, um mit potentiellen Kandidaten in Kontakt zu bleiben. Aber ein Dialog hat kaum stattgefunden – wir schalten’s wieder ab.“ Ich denke, dies ist ein falscher Ansatz. Denn trotz Social Media-Hype eine Regel, gilt es wahrscheinlich auch hier zu berüscksichtigen: 90:9:1: 90% lesen, aber nur 1% beteiligt sich aktiv auf solchen Plattformen…. Und zudem – Gen Y hin oder her – der persönliche, face-to-face Kontakt ist immer noch wichtig und wird für den Kontaktaufbau wichtig bleiben. Verschiedene Umfragen bei den Gen Y haben immmer wieder gezeigt, dass das Persönliche noch enorm wichtig ist. Sie wollen Bewerbungen am liebsten persönlich abgeben, schätzen Schnupperlehren überaus wichtig ein, die Atmosphäre / das Wohlfüllen am Arbeitsplatz steht hoch im Kurs! In Kontakt bleiben und sich im Bekanntenkreis austauschen kann man dann ja gut über die sozialen Netzwerke – aufgebaut werden sie aber wahhrscheinlich auch künftig in-real-life!

endlich mal umsetzen…? Ideen sammeln

Nachdem ich nun einige Posts durchgelesen und abgearbeitet habe, vertiefe ich mich mal wieder mit der Frage, wie man die neuen Elemente im Bereich Lernen einbinden könnte. Dabei bin ich auf verschiedenen Artikel im Zusammenhang mit der SELC12 gestossen. Aber auch Texte zu Enterprise 2.0, Learning 2.0 usw. Später dazu mehr.

Im Zusammenhang mit der Überarbeitung einer Ausbildungsreihe überlege ich mir gerade, wie ich den Transfer der Lernsequenz in die Praxis, Elemente der (Lernprozess-)Reflexion, usw. noch stärken könnte. Dabei stosse ich nun immer wieder über die Plattform Evernote. Scheint viele Einsatzmöglichkeiten zu geben – auch in Kombination mit iphone- und ipad-apps… Wenn jemand hier Ideen und/oder Erfahrungen hat – ich wäre da sehr offen.

I will keep you updated.