Enterprise 2.0 – welches Tool wofür?

Im Rahmen meiner Weiterbildung zu einem CAS in Social Media und Wissensmanagement durfte ich mich kürzlich mit verschiedenen Inhalten rund um Enterprise 2.0 auseinandersetzen. Dabei habe ich die Ausführungen von Andrew McAfee und seinem Modell der strong and weak ties gesehen (http://www.youtube.com/watch?v=3NN3uej7IMs). Andrew McAfee zeigte dabei auf, je nachdem wie stark die Beziehungen im eigenen Netzwerk ist, andere Tools und Plattformen für anderen Zielsetzungen zum Einsatz kommen können.

Ziel / Motiv der (Netz)Beziehung
Enge Beziehungen Produktivität, Agilität, Interesse ist vorhanden, steuernd
Lose Beziehungen Ziel ist es, nicht redundante Infos zu sammeln, Brücken zwischen Netzwerken zu bauen und sich im Netzwerk“bekannt zu halten“
Potenzielle Beziehungen Innnovation, brückenbauend, Vernetzung mit potentiellen Lesern / Netzwerk-Beteiligten. Sich bei „Unbekannten“ bemerkbar machen und so potentiell Verbindungen aufbauen
Unbekannte Nutzung kollektiver Intelligenz (wisdom of the crowd), crowdsourcing

Als Personaler – sowohl in Funktionen des Recruitings, wie auch in der Personalentwicklung – habe ich mir überlegt, wie dieses Modell und die dazugehörenden Tools (Andrew McAfee stellte einige ebenfalls dar) in den Kontext des Personalmanagements eingebunden werden könnte. Dabei habe ich mir erst einmal überlegt, inwiefern sich das Modell überhaupt auf die beiden Funktionen des Personalers (v.a. im Bereich Recruiting) bzw. Personalentwicklers anwenden lässt:

Im HR / Personalmanagement Personalentwicklung
Enge Beziehungen Diese enge Beziehung, wie innerhalb einer Unternehmung, gibt es in den HR-Aufgabe, v.a. im Recruiting, nicht Enge Beziehung: In einem Blended Learning Bildungsdesign in der Nachbereitung oder in der Lerntransfer-Begleitung. Im Vorfeld einer Bildungsmassnahme kennen sich die Teilnehmenden noch nicht, weshalb hier noch nicht von einer engen Beziehung gesprochen werden kann. Folglich funktionieren Plattformen, die auf den Austausch in diesen Beziehungen angelegt sind, nicht (bspw. Foren, usw.)
Lose Beziehungen Die lose Beziehung wäre denkbar in einer Form des CRM fürs Recruiting „Talent Relationship Management“ (Talent-Pipeline, Alumni-Netzwerk, usw.) Lose Beziehung: hier denkbar wäre das Talent-Management innerhalb der Unternehmung möglich. Netzwerke im Sinne der internen Talentförderung.
Potenzielle Beziehungen Hier gehören Unbekannte, an der Unternehmung Interessierte dazu: Aufgaben des Employer Branding, Active Sourcing, Akquisition passiv Suchender Vernetzung der Mitarbeitenden mit ihren Skills und Kompetenzen: Mentoring, Coaching, gegenseitige Unterstützung, Transparent-Machung der im Unternehmen vorhandenen Kompetenzen. Weniger im Sinne von E2.0 zur gemeinsamen, effizienten Bearbeitung von Projekten, aber mehr i.S.v. gegenseitigem Lernen und Entwickeln
Unbekannte Integration von Personalmarketing-Messages in die allgemeine Unternehmens-Kommunikation

Und welche Tools könnten denn nun hier zum Einsatz kommen. Ich habe einmal versucht, ausgehend von den beschriebenen Zielen und Motiven die Tools den entsprechenden Gruppen zuzuordnen – kein Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit:

 Tool / Instrument
Enge Beziehungen Social Collaboration Tools, Foren
Lose Beziehungen
Potenzielle Beziehungen
Unbekannte

Ob diese Aufstellung stimmt, bzw. ob sich dies wirklich so umsetzen lässt, kann ich derzeit nicht beurteilen. Mir stehen (noch) keine wirklichen Anwendungsfelder zur Verfügung. Im Bereich von Arbeitgeber-Alumni-Netzwerken tummeln sich auf Xing einige Gruppen, weshalb hier schon mal ein „stimmt“ dahinter gesetzt werden könnte. Mal sehen, ob sich künftig Ideen umsetzen lassen. Was mir jetzt in den Diskussionen eher helfen wird ist die Frage, wie könnten wir es denn im einzelnen Fall angehen.